4 Tage Berlin - 4 Tage Abenteuer 2/3

Samstag, 24. August 2013 | |


Extrem früh wachte ich in meinem Bett auf. Die beiden Mädels waren dabei aus der Tür zu laufen und wünschten mir noch einem schönen Tag. Ich bedankte mich höflich und schaute aus dem Fenster raus. Der Tag wird komplett beschissen. Der Himmel war Aschgrau.

Wie ein Ninja schlich ich mich aus dem Zimmer raus. Ich wollte die beiden Italian Boys nicht wecken. Wie Italian Boys? Ja, leider kann ich mich weiß Gott nicht mehr an ihre Namen erinnern. Aber beide sahen sehr gut aus ;) Ich hatte in einem 6-Bettzimmer in einem Hostel übernachtet. Für 16€ die Nacht war das Zimmer total sauber und recht modern.

Die Gemeinschaftsbäder werden auch drei Mal am Tag geputzt und sind auch nach Geschlechtern, abgetrennt. Aber natürlich kann nicht alles Super sein.

Zwar hatte das Gebäude zwei Aufzüge, jedoch war einer ganz außer Betrieb und der andere hatte mal funktioniert und mal wieder nicht. Da nahm ich glatt freiwillig die Treppe und lief vier Stockwerke herunter um meinem jungen Leben noch kein frühzeitiges Ende zu setzen. Ich nannte den Aufzug liebevoll: der Aufzug zur Hölle. Andere schauten mir blöd hinterher als ich mich dem Treppenhaus näherte, aber ich dachte mir jedes Mal: Wenn ihr stecken bleibt, dann will ich nicht mit 5 anderen Leuten da drin vergammeln. 

Ich nahm an einer "Free Tour" teil. Die nette Touri-Führerin Alana, zeigte uns jede Menge Street Art und unscheinbare Kunst die an den Häuserwänden prangten. Ein paar Insidertipps verriet sie uns dann auf dem Weg durch die Stadt.


Tipp 1:
Little Lucy

Steigt am besten am  Hackescher Markt in Berlin Mitte aus. Von dort aus solltet ihr auf eine mittelgroße Kreuzung gelangen und das Haus Schwarzenberg sehen. Wenn ihr dort durch das Tor läuft werdet ihr ihr viele große und auch kleine Motive sehen die entweder gesprayt, geklebt oder geschrieben wurde. Alle paar Monate, finden Künstler ihren Weg nach Berlin in diese Ecke um ihre Motive bekannt zu machen. Haltet nach "Little Lucy" Ausschau! Made by einem gebürtigen Frankfurter.

Tipp 2:

Eine Stahlkreatur des Monsterkabinetts

Das Eingangsschild zum Untergrund Kabinett

Im Hinterhof des gleichen Gebäudes, findet ihr das Monsterkabinett der Künstlergruppe "Dead Chickens". In diesem speziellen Museum sind mechanische Stahlkreaturen ausgestellt, die mithilfe von Computern zum Leben erweckt werden. Sie singen, tanzen und sehen dazu noch unterschiedlich aus. Für 8€ finde ich es etwas teuer, aber Kunst hat ja bekanntlich seinen Preis.

Tipp 3:
Das Yaam von innen

Bock auf Reggae, Beach-Feeling und gutes Essen? Dann solltet ihr in eurer Berlin-Tour mindestens einen Abend freinehmen und das Yaam an der East Side Gallery besuchen. Dort findet in regelmäßigen Abständen auch Live-Musik statt for free! Für die kleinen Gäste gibt es dort einen Kids Corner wo ihr euer eigenes kleines Grundstück habt. Natürlich auch mit Sand.

Fürs Überleben muss man Zeichen setzen

Das Essen ist zwar etwas "teurer" aber wie schon gesagt, könnt ihr dort hingehen wann ihr möchtet, und der Eintritt ist meistens auch frei. Das Yaam steht für Young African Art Market und kämpft auch Jahr fürs Jahr ums Überleben. Die Regierung meint wissen zu müssen, was die jungen Menschen von heute brauchen und will die Flächen an der Spree nutzen um Bürogebäuden aus Glas dorthin zu "pflanzen". Wir haben ja nicht schon genug davon...

Tipp 4:
Das Sommerhaus in Kreuzberg
 
Osman Kalin beim Tee trinken


Das Baumhaus an der Mauer oder auch Guerilla-Garten genannt befindet sich am Bethaniendamm im Berliner Stadtbezirk Kreuzberg. Der türkische Einwanderer und ehemaliger Zeitarbeiter Osman Kalin befreite diese kleine Zone von dem Sperrmüll den seine Nachbarn dort abstellten und baute sich dort einen kleinen Gemüsegarten an. Dazu baute er um die beiden Bäume herum ein kleines Häuschen in den seine Enkelkinder im Sommer spielen können. Er selbst sitzt manchmal draußen und genehmigt sich einen schwarzen Tee. Als wir dort ankamen, saß er wirklich draußen auf einem Gartenstuhl und trank Tee. Beim vorbeigehen hat er uns sogar zu gewunken und gelächelt. Ich fand es suuupiii!
 

Nach dieser Free Tour die mich doch noch 5€ gekostet hatte, bin ich mit einer neu gewonnenen Freundin etwas essen gegangen. Sie führte uns in ein vegetarischen Burger Shop namens Yellow Sunshine.
Die Bedienung, ein mies gelaunter Kerl mit Bart, war eigentlich nicht sehr gesprächig und nicht sonderlich nett. Dennoch hatte unsere Burger es in sich. Sie waren nämlich: Geil! Und alles 100% vegetarisch!! Mein Burger war ein "Bacon-Cheese Burger."
Nur die Pommes waren nicht so der Burner. Aber es kann ja nicht alles supi sein.


Mein Bacon-Cheese Burger im Yellow Sunshine (100 % vegetarisch + Bio)
 

Nach dem Essen trennten sich unsere Wege. Ich würde meinen selbst erstellten Kulturtag beginnen und sie wollte shoppen gehen. Ihr alle kennt wahrscheinlich alle Primark?! Diese, wie meine Lehrerin in Betriebsorganisation zu pflegen sagte, Billigkette die selbst weit unter dem niedrigsten Genre unserer Bekleidungskette liegt. Genau dort wollte sie in den Krieg ziehen. Wirklich, sie hatte Turnschuhe, eine Shorts die einen hohen Stretch Anteil hatte an und ein Top mit genügend Bewegungsfreiheit um mit den Ellenbogen zickige und streitlustige Mädels zur Seite zu verfrachten.

Hals und Beinbruch, Süße.


 

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